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 Betreff des Beitrags: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Donnerstag 1. Oktober 2020, 22:51 
Brennmeister
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Erst LW September 2020 und jetzt EW Oktober 2020. Ich muss eine Glückssträhne haben :lol: ;) .



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Samstag 3. Oktober 2020, 22:12 
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schon lotto gespielt? :lolxl:


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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Sonntag 4. Oktober 2020, 17:05 
Brennmeister
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Ne, so stark muss ich mein Glück auch nicht ausreizen :o)



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Donnerstag 15. Oktober 2020, 10:28 
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:schimpf:



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Donnerstag 15. Oktober 2020, 13:25 
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Was ist der Anlass deines Ärgers?



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Donnerstag 15. Oktober 2020, 14:46 
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Das ist nur der Basisärger über das Corona generve :afraid:



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Donnerstag 15. Oktober 2020, 18:55 
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Ja, wir durchleben gerade keine schöne Zeit, das sehe ich auch so. Dass sich mein Leben und das Leben so gut wie aller Menschen mal so extrem und ungewollt verändern würde, das habe ich definitiv nicht erwartet. Immerhin sind wir hier in Deutschland (jedenfalls bisher) noch relativ gut weggekommen. In den USA oder in Brasilien möchte ich jetzt jedenfalls nicht leben.

Was mich persönlich im Moment am meisten erschreckt, das sind allerdings nicht die wieder ansteigenden Zahlen und das ist auch nicht die Unfähigkeit bzw. der Unwille der Politik, verbindliche und bundesweite Regelungen zum Schutz der Gesundheit festzulegen, sondern das ist die immer wieder gemachte Beobachtung, dass es doch nicht wenige Menschen zu geben scheint, denen entweder alles egal zu sein scheint (Stichwort: Massenpartys) oder die die Schädigung andere durch ihr Handeln in Kauf nehmen oder sogar direkt herbeiführen, indem sie andere anspucken, -nießen, -husten oder sogar angreifen, wenn sie einfach nur um die Einhaltung von Schutzmaßnahmen gebeten werden (das neueste Beispiel ist wohl der Mann, der im Supermarkt eine Axt geschwungen hat). Und dann gibts noch die, die allen Ernstes den Reichstag stürmen wollen...



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Donnerstag 15. Oktober 2020, 21:33 
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Also dass einige die Nase davon voll haben kann ich verstehen, für Feiern habe ich noch Verständnis wenn hier versucht wird die ganze Gesellschaft über absehbar 1.5 Jahre stark einzuschränken. Für Handgreiflichkeiten habe ich kein Verständnis.

Und wie es mit allen Kulturschaffenden, Gastronomen, Hoteliers usw. weitergehen soll... ich will gar nicht wissen wie es da bei vielen ausschaut, da werden ganze Existenzen vernichtet. Viele andere sind dann schon fast fein raus weil es in Form von Kurzarbeitergeld starke Unterstützung vom Staat gibt. Auf solche Zeitspannen ist bei vielen wahrscheinlich einiges hin was sie sich lange aufgebaut haben.

Dann noch die Schüler die im Endeffekt ein Jahr verloren haben und immer noch auf der Prioritätenliste relativ weit hinten stehen. Was dann gerade aus denen wird die keine überengagierten Eltern haben?



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Freitag 16. Oktober 2020, 14:44 
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Blowie hat geschrieben:
[...] für Feiern habe ich noch Verständnis wenn hier versucht wird die ganze Gesellschaft über absehbar 1.5 Jahre stark einzuschränken.

Von der Zahl wusste ich bisher noch gar nichts. Abgesehen davon ist immer die Frage, was man unter Feiern versteht. Ich erwähnte ja Massenpartys, auf denen es zudem zum guten Ton bzw. als Teilnahmevoraussetzung zu gehören scheint, auf sämtliche Methoden des Gesundheitsschutzes zu verzichten bzw. absichtlich gegen entsprechende Regeln zu verstoßen. Das Motto ist dort also: Mir ist alles egal, sowohl meine Gesundheit als auch die aller anderen Anwesenden, und es ist mein (Menschen)Recht, so zu feiern. Für solches antisoziales Feiern und solche "Glaubensrichtungen" habe ich kein Verständnis. Ansonsten ist Feiern ja erlaubt, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden.

Blowie hat geschrieben:
Und wie es mit allen Kulturschaffenden, Gastronomen, Hoteliers usw. weitergehen soll... ich will gar nicht wissen wie es da bei vielen ausschaut, da werden ganze Existenzen vernichtet. Viele andere sind dann schon fast fein raus weil es in Form von Kurzarbeitergeld starke Unterstützung vom Staat gibt. Auf solche Zeitspannen ist bei vielen wahrscheinlich einiges hin was sie sich lange aufgebaut haben.

Das ist definitiv bitter. Ich kann und will das auch gar nicht relativieren, ich will dazu nur einfach meine persönliche Beobachtung stellen, dass es (mit wenigen Ausnahmen) so etwas wie sichere Jobs generell nicht mehr zu geben scheint. Ich selbst stelle mich auch darauf ein, trotz Universitätsabschlüsse von Altersarmut betroffen zu sein. Das ist in Deutschland anscheinend so, wenn man beispielsweise nicht "was mit Wirtschaft", Medzin oder Jura studiert oder studieren kann, wobei auch das keine Garantie (mehr) für Wohlstand zu sein scheint.

Mindestens genau so schlimm, wie das aktuelle Bröckeln beruflicher Existenzen finde ich persönlich das Dauerproblem der extremen Vermögensungleichheit in Deutschland, die faktisch existiert, wenn es stimmt, dass 10% der Erwachsenen in Deutschland 67% des Gesamtvermögens besitzen, während 90% der Erwachsenen lediglich auf 33% des Gesamtvermögens kommen (Quelle).

Blowie hat geschrieben:
Dann noch die Schüler die im Endeffekt ein Jahr verloren haben und immer noch auf der Prioritätenliste relativ weit hinten stehen. Was dann gerade aus denen wird die keine überengagierten Eltern haben?

Ob die Schüler (regional?, bundesweit? in allen Fächern?) effektiv ein ganzes Jahr verloren haben, also eine Wissenslücke im Umfang des Inhalts eines ganzen Schuljahrs aufweisen (?), ist für mich noch eine offene Frage, jedenfalls fehlen mir noch stichhaltige Daten, um sichere Aussagen über den Zusammenhang der Pandemie-Gegenmaßnahmen und dem Ausmaß des fachlichen Defizits der Schüler in Deutschland treffen zu können. Ich stimme aber dir darin zu, dass die Schüler "immer noch auf der Prioritätenliste relativ weit hinten stehen", was ich darauf zurückführe, dass Schulen in Deutschland dauerhaft unterfinanziert sind und dass in Deutschland die Digitalisierung der Schule sowohl technisch als auch pädagogisch jahrelang verschlafen wurde, was sich jetzt extrem rächt, in kurzer Zeit für hohe Kosten sorgt und außerdem für nicht geringe Mehrbelastungen aller und Überlastung vieler Personen im Schulbetrieb verantwortlich ist. Was auch definitiv nicht hilft, ist außerdem die mindestens vor der Pandemie existierende Verachtung des Lehrerberufs (Stichwort: "Unterrichten kann doch jeder"), was möglicherweise auch eine der Antworten auf den aktuellen und voraussichtlich noch anhaltenden Lehrermangel ist. Zum Nachdenken und vielleicht ja auch mal zum Handeln anregen könnte übrigens auch die von PISA empirisch gewonnene Erkenntnis, dass "[i]n keinem anderen vergleichbaren Staat der Welt [...] der Schulerfolg so stark von Einkommen und Vorbildung der Eltern abhängig [ist] wie in Deutschland" (Quelle).



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Sonntag 18. Oktober 2020, 09:53 
Brennmeister ehrenhalber
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1.5 Jahre habe ich geschrieben weil ich denke das aller frühestens im Sommer wieder Regeln gelockert werden. Jetzt drehen ja schon wieder alle frei und es ist gerade mal Oktober.

Und ich sehe ein Schuljahr schon als verloren an wenn auch nur ein halbes Jahr an Wissen fehlt. Ich denke viele Eltern können Home Schooling einfach nicht leisten. Und ich habe jetzt schon wieder von Eltern gehört dass hier nach den Ferien 2 Wochen Quarantäne für ganze Klassen war...es scheint als ob es in den Schulen über den Winter auch eher schlechter wird. Ich bin selber eher von Kita Schließungen betroffen, da wird jetzt schon jedes Husten von den Kleinen kritisch gesehen, und die husten und rotzen quasi den halben Winter durch.



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Montag 19. Oktober 2020, 13:55 
Brennmeister
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Blowie hat geschrieben:
Und ich sehe ein Schuljahr schon als verloren an wenn auch nur ein halbes Jahr an Wissen fehlt.

Ich stimme dir zu, dass ein halbes Schuljahr, in dem die Schüler nichts oder nur wenig Relevantes gelernt haben, durchaus als ernstzunehmendes Defizit eingestuft werden kann. Ich selbst sehe mich mangels konkreter Zahlen und verlässlicher Indikatoren nur nicht in der Lage, zu beurteilen, wie hoch das Defizit der Schüler in Deutschland tatsächlich ist. Und auch, wenn ich selbst andere, weniger dramatische Beobachtungen gemacht habe, sehe ich auch die nicht als generalisierbar an. Klar ist aus meiner Sicht nur, dass die Schüler irgendein Defizit aufgrund des Lockdowns haben. Ist es niedrig, ließe es sich ausgleichen, was beispielsweise auch schon das schon lange fest verankerte Prinzip des Spiralcurriculums, zu dem auch die Wiederholung bereits behandelter Themen und Inhalte in darauffolgenden Schuljahren gezählt werden kann, quasi automatisch möglich und machbar wird. Ist das Defizit aber (stadtweit? regional? bundesweit?) hoch, dann muss über andere mögliche und durchführbare Maßnahmen nachgedacht werden. Befreien muss man sich dabei aber wahrscheinlich von der Illusion, dass jedes einzelne Defizit genauso wie gewünscht beseitigt werden kann, aber das ist ja auch in allen anderen Bereichen des Lebens kaum anders. In der Schule ist zudem noch der Faktor Mensch zu berücksichtigen, denn Schüler sind eben nicht Maschinen, und nur bei Maschinen ist es möglich, Reparaturen vorzunehmen und diese mechanisch herbeizuführen. Mitbedenken sollte man aus meiner Sicht außerdem, dass der Lockdown möglicherweise auch bestimmte Probleme, die bereits vorher existierten, offengelegt und teilweise auch vergrößert hat, was in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft bereits passiert zu sein scheint. Auch, wenn der Lockdown die Situation teilweise also noch verschlechtert hat, ist er selbst nicht immer die wirkliche Problemursache. Möglich und wahrscheinlich ist es beispielsweise, dass der Lockdown die Abwärtsspirale von Schülern mit schlechten Leistungen noch beschleunigt hat.

Blowie hat geschrieben:
Ich denke viele Eltern können Home Schooling einfach nicht leisten.

Das sehe ich auch so. Und wenn man sich nicht an der von mir bereits erwähnten und übrigens auch dokumentierten und diskutierten Verachtung der Pädagogik beteiligt, würde ich das auch als eine logische Schlussfolgerung ansehen ;). Eltern — jedenfalls dann, wenn sie selbst keine Pädagogen sind, oder wenn sie sich die Anstellung von Privatlehrern finanziell nicht leisten können — können Lehrer und richtigen Präsenzunterricht eben nicht ersetzen. Aber das sollen sie eigentlich auch gar nicht können müssen, wo wir nicht nur, aber auch wieder bei den tiefliegenden Problemen des deutschen Schulsystems sind.

Blowie hat geschrieben:
Und ich habe jetzt schon wieder von Eltern gehört dass hier nach den Ferien 2 Wochen Quarantäne für ganze Klassen war...es scheint als ob es in den Schulen über den Winter auch eher schlechter wird. Ich bin selber eher von Kita Schließungen betroffen, da wird jetzt schon jedes Husten von den Kleinen kritisch gesehen, und die husten und rotzen quasi den halben Winter durch.

Das sind zweifellos keine guten Situationen. Was war denn der Grund für die Quarantäne und für die Schließungen? Waren es nachgewiesene Fälle von COVID19 oder war es die Ungewissheit, ob hinter den Symptomen der Kinder ein Erkältung oder eben COVID19 steckt? Als offene Frage erscheint mir jedenfalls, welche verantwortbaren Alternativen es in beiden Fällen gibt. Ist ein Kind an COVID19 erkrankt, kann ja nicht ausgeschlossen werden, dass es auch bereits andere Kita-Kinder oder Mitschüler angesteckt hat, und wenn das so ist, dann hätte die Aufrechterhaltung des Betriebs eine ganze Kaskade von Neuinfektionen zur Folge. Und kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein an COVID19 erkrankt ist, dann täte man ja so, als wüsste man, ob es tatsächlich erkrankt ist oder nicht, wenn man keinerlei Maßnahmen zum Schutz anderer Kinder unternimmt oder man handelte einfach fahrlässig, was einem dann nachher definitiv vorgeworfen würde, wenn sich herausstellt, dass tatsächlich eine COVID19-Erkrankung vorlag. Diese ganze Situation zeigt aus meiner Sicht aber auch ein anhaltendes und immer wieder auftauchendes Grundproblem: die ethische Abwägung des Wertes von Gesundheit und Leben gegen den Wert von Wirtschaft.



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Dienstag 20. Oktober 2020, 11:05 
Brennmeister ehrenhalber
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Jetzt muss ich doch mal den Laptop anwerfen weil es sich am iPad ohne Tastatur nicht so gut tippt :afraid:

Ich denke aber trotzdem dass sich Schüler die es eh schon schwer hatte bzw. aus einem schwierigen Umfeld kommen einen deutlichen Nachteil gegenüber denen mit engagierteren Eltern haben, und damit in einigen Jahrgängen auch die Chancengleichheit noch weiter auseinander klafft als es sowieso der Fall ist. Das ist ein eher unbequemes Thema und die von dir genannten Maßnahmen mögen in gewissem Umfang helfen, aber eben bei einigen mehr und bei anderen weniger Erfolgreich.

ReCoN hat geschrieben:
Das sind zweifellos keine guten Situationen. Was war denn der Grund für die Quarantäne und für die Schließungen? Waren es nachgewiesene Fälle von COVID19 oder war es die Ungewissheit, ob hinter den Symptomen der Kinder ein Erkältung oder eben COVID19 steckt?


Da waren tatsächlich Covid Fälle nach dem Urlaub.

ReCoN hat geschrieben:
Diese ganze Situation zeigt aus meiner Sicht aber auch ein anhaltendes und immer wieder auftauchendes Grundproblem: die ethische Abwägung des Wertes von Gesundheit und Leben gegen den Wert von Wirtschaft.


Gesundheit ist nun aber auch geistige Gesundheit und ich will gar nicht wissen was es langfristig mit Kindern macht wenn sie abrupt aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden, ein schwieriges Elternhaus haben, oder sie einfach mit dem Masken im Gesicht nicht normal miteinander interagieren können. Die Alten schützen ist auch schön und gut, aber bei meiner >90 jährige Großmutter im Altersheim musste ich auch sagen dass jedes Gefängnis bessere Besuchsmöglichkeiten bietet. Sich mit einem alten und schwerhörigen Menschen über 2m Abstand und einer Trennwand aus Plexiglas zu unterhalten ist de-facto nicht möglich. Da wird nicht gefragt ob sie das Risiko eingehen möchten um "normaler" zu leben und sie werden eigentlich entmündigt. "Leben" wird hier meiner Meinung nach oft durch nicht-sterben definiert. Aber ich bin ganz bei dir, es ist eine schwierige Abwägung. Die wurde leider nur bisher mit relativ kurzsichtigen und einfachen Entscheidungen getroffen. Anzumeckern was schlecht läuft ist im Moment einfach, ein guter Trade-off für alle schwierig zu finden.

Mein Highlight aus den Zeitung gestern ist übrigens: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-corona-grundschueler-maskenpflicht-kommentar-1.5079124

Bist du selber stark von Maßnahmen betroffen?



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 Betreff des Beitrags: Re: LW Oktober 2020
BeitragVerfasst: Mittwoch 28. Oktober 2020, 19:59 
Brennmeister
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Blowie hat geschrieben:
Ich denke aber trotzdem dass sich Schüler die es eh schon schwer hatte bzw. aus einem schwierigen Umfeld kommen einen deutlichen Nachteil gegenüber denen mit engagierteren Eltern haben, und damit in einigen Jahrgängen auch die Chancengleichheit noch weiter auseinander klafft als es sowieso der Fall ist.

Ja, das wird leider so sein. Wie du es selbst schon andeutest, ist das eins der Probleme, die bereits vor der Pandemie bestanden und die jetzt durch den Lockdown "nur" noch größer geworden sind.

Blowie hat geschrieben:
Gesundheit ist nun aber auch geistige Gesundheit und ich will gar nicht wissen was es langfristig mit Kindern macht wenn sie abrupt aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden, ein schwieriges Elternhaus haben, oder sie einfach mit dem Masken im Gesicht nicht normal miteinander interagieren können.

Also ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass die Interaktion zwischen den Schülerinnen und Schülern (mittlerweile) auch mit Maske noch ganz gut funktioniert. Ausschließen kann und will ich damit natürlich nicht, dass es Fälle gibt, in denen das anders ist. Abgesehen davon haben wir heute ja gegenüber früheren Generationen einen entscheidenden Vorteil: Wir haben das Internet, über das wir quasi weltweit in Kontakt bleiben können. Ich will damit nicht sagen, dass digitale Online-Kommunikation analoge Offline Kommunikation 1:1 ersetzen kann und sollte, aber sie kann schon einiges kompensieren — ob nun durch Textnachrichten, Sprachnachrichten oder durch Videotelefonie bzw. -konferenzen. Und Microsoft hat ja in seine Software "Teams" mit dem "Zusammen-Modus" mittlerweile auch die ganz nette Funktion integriert, dass sich Schüler und Lehrer so ähnlich vor sich sehen können wie im Klassenraum.

Übrigens ist schon mal eine meiner ein paar Jahre bestehenden Freundschaften daran zerbrochen, dass die Person, mit der ich befreundet war, nur noch digital mit mir kommuniziert hat und anscheinend auch keine andere Form von Kontakt mehr haben wollte. Da das für mich keine Grundlage einer echten Freundschaft mehr war, habe ich ihr dann auch nach einigen offenen, aber nicht auf offene Ohren treffenden Worten letztendlich die Freundschaft gekündigt. Ich wollte das nur mal anführen, um zu zeigen, dass mir die Defizite von Online-Kommunikation auf jeden Fall bekannt sind.

Blowie hat geschrieben:
Die Alten schützen ist auch schön und gut, aber bei meiner >90 jährige Großmutter im Altersheim musste ich auch sagen dass jedes Gefängnis bessere Besuchsmöglichkeiten bietet. Sich mit einem alten und schwerhörigen Menschen über 2m Abstand und einer Trennwand aus Plexiglas zu unterhalten ist de-facto nicht möglich.

Das tut mir sehr Leid für deine Großmutter. Konntest du und deine Familie denn wenigstens zwischendurch mal wieder normal mit ihr in Kontakt treten? Du sprichst hier aus meiner Sicht auch ein weiteres Problem an, das es in Deutschland gibt: Die Situation der Pflegeeinrichtungen.

Blowie hat geschrieben:
Da wird nicht gefragt ob sie das Risiko eingehen möchten um "normaler" zu leben und sie werden eigentlich entmündigt. "Leben" wird hier meiner Meinung nach oft durch nicht-sterben definiert. Aber ich bin ganz bei dir, es ist eine schwierige Abwägung. Die wurde leider nur bisher mit relativ kurzsichtigen und einfachen Entscheidungen getroffen. Anzumeckern was schlecht läuft ist im Moment einfach, ein guter Trade-off für alle schwierig zu finden.

Das Problem von Infektions-Risiken ist leider, dass es nie nur eine Person betrifft. Wenn jemand eine andere Person infiziert, die das Risiko der Infektion akzeptiert, dann gefährdet die nun infizierte Person ja leider auch andere Menschen, auch wenn sie das selbst nicht beabsichtigt hatte, als die das Risiko, sich zu infizieren, einging.

Mit deiner Kritik an der Definition von "Leben" sprichst du zudem weitere menschheitliche Grundfragen an: Was ist eigentlich ein gutes oder würdevolles Leben? Wer entscheidet auf welcher Grundlage darüber, was ein gutes oder würdevolles Leben ist? Und wer darf darüber entscheiden, ob jemand weiterleben oder sterben soll? Die Schwierigkeit der Beantwortung dieser Fragen kann wahrscheinlich kaum überschätzt werden.

Blowie hat geschrieben:

Möglicherweise hat diese Politikern da induktiv von einem Schüler oder einer Schülerin auf alle Schüler geschlossen, was natürlich immer mit Gefahren behaftet ist. Ich selbst habe jedenfalls Erfahrungen mit Grundschülern und kann daher dazu wenig sagen, außer, dass ich es nachempfinden kann, dass eine Maskenpflicht für Grundschüler schwieriger ist als für ältere Schüler. Meines Wissens wurde die Maskenpflicht für Grundschulen in München mittlerweile aber auch gekippt, oder weißt du da anderes?

Blowie hat geschrieben:
Bist du selber stark von Maßnahmen betroffen?

Wie stark ich im Vergleich zu anderen betroffen bin, kann ich schwer einschätzen. Jedenfalls muss ich bei meiner aktuellen Tätigkeit als Lehrer sowohl während als auch außerhalb des Unterrichts eine Maske tragen. Angenehm ist es nicht, aber wir hatten bisher auch noch keinen einzigen Fall von COVID19 an unserer Schule, was hoffentlich auch so bleibt. An unserer Nachbarschule mussten allerdings mehrere Klassen aufgrund mindestens eines Falls von COVID19 komplett in Quarantäne gehen. Als Ironie des Schicksals muss es wohl bezeichnet werden, dass ich einen der Schüler der Nachbarschule wenige Tage vor der positiven COVID19-Diagnose an der Nachbarschule bitten musste, seine Maske aufzusetzen, als er gerade über unseren gemeinsamen Schulhof ging, worauf ich dann nur zu hören bekam: "'sch hab kein Covid". Die zeitliche Aufeinanderfolge beider Ereignisse bedeutet natürlich nicht zwingend auch das Bestehen eines Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs. Möglicherweise zeigt dieses Ereignis aber, welche generelle Einstellung einige Schüler an dieser Schule gegenüber der Einhaltung der Pandemie-Regelungen haben und welche Gefahren damit verbunden sind.



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